Paulihaus – Gewerbliche Baugemeinschaft
Büro- und Geschäftshaus /// Hamburg St. Pauli /// BGF 11.320 m² /// 2017-2025
Nahe dem Neuen Pferdemarkt - zwischen den Stadtteilen St. Pauli und dem Schanzenviertel gelegen – haben wir ein Büro- und Geschäftshaus geplant, das vier ortsansässige Unternehmen als Eigennutzer in der Form einer gewerblichen Baugemeinschaft entwickelt haben. Den hierfür ausgelobten Wettbewerb mit fünf eingeladenen Teilnehmern konnten wir für uns entscheiden und das Projekt bis zur Fertigstellung begleiten.
Der übergeordnete Claim des Wettbewerbes war das „Robuste Arbeitshaus“ für viele Nutzer, das dem Stadtteil offen zugewandt ist, sich unprätentiös gibt und sich mit dem für St. Pauli typischen Selbstbewusstsein in seine Umgebung einfügt.
Städtebaulich fasst der Bau die weiträumige Kreuzungssituation und bildet den Abschluss des Rindermarktareals zur Budapester Straße hin. Der Neubau orientiert sich an dem großen Maßstab der Rindermarkthalle, dem Hochbunker, der benachbarten Schule und dem Stadion und zeigt sich als EIN Haus, das in seiner Abwicklung jedoch deutlich gegliedert ist, durch eine Dachterrasse, einen großzügiger verglasten „Loop“-Bereich und tief eingeschnittene Eingänge. An der Kreuzung springt das Gebäude leicht zurück, um so den Blick auf die alte Markthalle freizulassen.
Architektonisch interpretiert der Neubau die Architekturen des Schlachthofareals sowie der Rindermarkthalle und setzt somit auf ein „Weiterbauen“. Eine sehr tektonische Grundordnung, eine luftigere Struktur in den oberen Geschossen und die Materialkombination aus Ziegel und rot eingefärbtem Beton prägen das Bild.
Während die Räume für die vier Hauptnutzer in den oberen Etagen untergebracht sind, entsteht im Erdgeschoss ein Mix aus kleineren Ladengeschäften, einem Radiosender und der bereits im Bestand vorhandenen Autowerkstatt „Max“, die nun ihren Betrieb wieder aufnimmt!
In der Länge ist das Haus in 2 Nutzungseinheiten aufgeteilt, die durch den „Loop“ verbunden sind: Café und Empfangsbereiche im Erdgeschoss, vertikale Foyers in den Obergeschossen sowie Synergieflächen, die im gemeinsam genutzten Mitarbeiterrestaurant und der Dachterrasse münden, verbinden sich zu einem räumlichen Kontinuum.
Wettbewerb 1. Preis
Mitarbeit: Adrian Götz, Alexander Loss, Anna Griberman, Christian Pälmke, Jirka Bars, Katharina Cordsen, Lisa Gerlach, Mareile Fiehn, Marie-Anna Dunkhase, Michael Krüger, Philipp Ohnesorge
Fotos: Hannes Heitmüller